Interview mit Clint Lukas von Mit Vergnügen

 
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Hallo Clint. Du bist ein angesagter Schriftsteller und Regisseur und außerdem noch Vater. Wie kam es dazu, dass Du über das Elternsein bei Mit Vergnügen berichtest?

Ich beschäftige mich viel mit menschlichen Abgründen. Sowohl in meinem Leben, als auch in den Storys und Reportagen, die ich schreibe. Sex, Drogen, emotionale Grenzerfahrungen. MIT VERGNÜGEN fanden es lustig, wenn ausgerechnet ich einen Elternratgeber schreibe. Matze, der Chefredakteur, hat ein Auge für sowas. Ist mal ein etwas anderer Blick auf dieses Thema.

Als Kind wollten wir alle Astronaut, Arzt oder Pilot werden. Welches war Dein Traumberuf als Du Kind warst?

Feldherr. Ein bisschen spinnert, ich weiß. Aber ich war fasziniert von Napoleon. Rückblickend war ich wohl etwas größenwahnsinnig. Heute halte ich es eher mit Alexander dem Großen.

In Deiner Kolumne schreibst Du nicht über die typischen Themen, die man von Vätern oder Müttern kennt. Wie hat Deine Tochter Deinen Lebensstil verändert?

Ich war schon immer ziemlich organisiert und habe nie zugelassen, dass irgendwelche Exzesse meine Schaffenskraft beeinflussen. Mit der Schwangerschaft bin natürlich auch ich etwas bodenständiger geworden und für 4 Jahre geblieben. Vor kurzem haben die Kindsmutter und ich uns getrennt (siehe Kolumne). Seitdem bin ich in der einen Wochenhälfte braver Vater. Und in der anderen... naja, nicht so brav. Keine Ahnung. Wirklich dauerhaft verändert hat sich nur, dass ich zum Schreiben jeden Tag um 4 Uhr früh aufstehe. Das war immer die einzige Zeit, in der ich allein sein konnte.

Das Leben ist voller wichtiger Entscheidungen: Samstag oder Sonntag?

Egal. Das Berghain hat an beiden Tagen geöffnet.

Passend zum Thema Family Heros: Wenn Du Dir eine Superkraft aussuchen könntest, welche wäre das und warum?

Ich möchte mich unsichtbar machen können. Die meisten Menschen sind wahnsinnig und Kinder sind da leider keine Ausnahme. Da ich nicht so auf Konfrontation gepolt bin, wäre das eine galante Art, sich aus der Affäre zu ziehen.

Eine gute Organisation ist in einer Familie wichtig: Wie sieht die erste Stunde Deines Tages aus? Gibt es ein festes Morgenritual bei Euch?

Zuerst Frühstück: Das Kind kriegt Müsli, ich eine Kopfschmerztablette. Danach ziehen wir uns gegenseitig an und versuchen uns an der Mundhygiene. Mit dem Bus zur Kita. Meine Tochter hüpft dann noch eine Runde auf dem Trampolin, das es dort vor dem Haus gibt. Währenddessen plaudere ich mit dem Security von der Methadon-Ausgabestelle. Die liegt direkt neben der Kita. Danach sind wir beide guter Dinge und der Tag kann beginnen.

Hier ein Link zu seiner Kolumne: Cool trotz Kind

Und zu seiner Webseite: Clint Lukas