Interview mit Kai Bösel von Daddylicious

 
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      Foto von Raimar von Wienskowski

 

Hallo Kai, Du betreibst das größte Online-Magazin für Väter Deutschlands. Wie kamst Du auf die Idee?

Vielen Dank für die Blumen. Das wir das größte Väter-Magazin sind, möchte ich gar nicht behaupten. Aber wir waren sicherlich eins der ersten, welches sich nur mit Themen für Papas beschäftigt hat. Und der Grund war ganz einfach: mein Kumpel Mark und ich wurden 2012 fast zeitgleich Papas und wir waren online auf der Suche nach Infos für werdende Väter. Allerdings war das Netz rosarot voller Magazine und Blogs nur für Mütter. Daher sind wir im August 2013 mit Daddylicious an den Start gegangen. Und obwohl unsere eigenen Kinder im nächsten Jahr schon eingeschult werden, schreiben wir heute immer noch fast täglich Geschichten für unsere Seite, füllen Kolumnen auf anderen Magazinen, veröffentlichen Geschichten als Gastautoren in Printmagazinen und stehen als Speaker und Moderator bei Events auf der Bühne. Wir sind unserem kernigen und ehrlichen Stil dabei immer treu geblieben. Und damit scheinen wir den richtigen Nerv unserer Leser zu treffen.

Als Kind wollten wir alle Astronaut, Arzt oder Pilot werden. Welches war Dein Traumberuf als Du Kind warst?

Ich wollte werden wie John Wayne. Ich bin 1971 geboren. Zuhause hatten wir da noch keinen Fernseher. Aber wenn es einen Western mit „The Duke“ gab, dann hat unser Vater meinen Bruder und mich eingepackt und wir durften bei den Großeltern Fernsehen gucken. Ich wollte auch auf Pferden reiten, Cowboystiefel tragen und mich mit einem Cowboyhut vor der sengenden Sonne Norddeutschlands schützen. Ein bißchen trage ich den Cowboy immer noch in mir, denn fast täglich singe ich meiner Tochter zum Einschlafen den Song „My rifle, my pony and me“ aus dem Film Rio Bravo vor. Und sie liebt es. Yihaa!
…und nein, sicherlich ist „Johny Wayne“ kein Traumberuf. Aber ich hatte derzeit keinen anderen.

Hast Du ein Lebensmotto, das Dich begleitet?

„Ab und zu ist auch mal was egal“ – Das halte ich für ein wirklich tolles Motto. Denn es gibt einfach viel zu viele verspannte Menschen, die sich über jeden Furz aufregen. Dafür verdamme ich manchmal das Internet. Denn das gibt diesen Leuten auch noch die Möglichkeit, Ihren Blödsinn irgendwo hinzuschreiben. Ich wünsche mir etwas mehr Gelassenheit. Einfach auch mal was laufen lassen, was man eh nicht ändern kann. Dann wäre die Welt ein kleines Stück besser.

Das Leben ist voller wichtiger Entscheidungen: Schokolade oder Gummibärchen?

Oha, ich bin Süßigkeiten-Junkie. Bei diesen beiden Optionen wäre ich bei der Schokolade. Und die habe ich sogar ein Stück weit zu meinem Beruf gemacht, denn mit meiner Frau habe ich 2010 den Adventskalender-Shop „Adventman“ gegründet. Da gibt es über 3.000 kleine Geschenke für den Adventskalender. Und auch wahnsinnig leckere Spezialitäten, die wir natürlich alle erstmal probiert haben. Bei süßen Sachen habe ich kein Sättigungsgefühl. Daher kann ich nach der Schokolade auch sehr gut noch mit Lakritz und Chips weitermachen.

Passend zum Thema Family Heros: Wenn Du Dir eine Superkraft aussuchen könntest, welche wäre das und warum?

Ich wäre gern ein Zeitreisender. Dann würde ich mal 20 Jahre voraushüpfen und gucken, wie es um die Welt steht. Sollte in der Entwicklung bis dahin etwas schiefgelaufen sein, dann könnte ich wieder zurückreisen und die Dinge korrigieren. So ein bißchen wie Marty McFly jr. Ich wünsche mir, dass unsere Kinder in einer sicheren und heilen Welt aufwachsen und auch eigene Familien haben werden. An den Voraussetzungen dafür würde ich gern mitarbeiten.

Eine gute Organisation ist in einer Familie wichtig: Wie sieht die erste Stunde Deines Tages aus? Gibt es ein festes Morgenritual bei Euch?

Wir stehen viel zu spät auf und während meine Frau duscht, frühstücke ich mit meiner Tochter. Aber zuerst versorgen wir unsere beiden noch recht jungen Katzen. Damit wir Ruhe haben… Nach dem Frühstück geh ich duschen und meine Frau übernimmt die Gesellschaft beim Anziehen unserer Tochter. Mit dem Zähneputzen bin ich dann wieder dran. Da müssen wir immer noch etwas nachbessern. Uns graut nur etwas davor, dass wir unseren Rhythmus zum Schulbeginn im Sommer 2018 um etwa 90 Minuten vorziehen müssen. Aber bei den beiden großen Kindern hat das auch ganz gut geklappt.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Kai für dieses tolle und inspirierende Interview!

Hier zu seinem Magazin: DADDYLICIOUS

Und zu seinem Adventskalender-Shop „Adventman“: ADVENTMANN